Hier kannst du 3 Auszüge aus den Kapiteln von Krishna Das, Mooji und John David lesen:

Krishna Das

Und die Musik? Du sagst, dass die Musik erst nach etwa einundzwanzig Jahren begonnen hat.

Mir ging es nicht gut. Wirklich nicht. Ich hatte einfach nicht die richtige Programmierung, um in dieser Welt glücklich zu leben, um friedlich zu leben, um auf eine gute Art und Weise zu leben. Ich war nicht so programmiert, um mit mir selbst zufrieden zu sein, mich selbst zu lieben. Diese Programme waren auf diesem Laufwerk nicht installiert. Also füllte ich das Laufwerk mit allem anderen was um mich herum war.

Und dann, im Jahr 1994, stand ich eines Tages in meiner Wohnung in New York City im Wohnzimmer und wurde plötzlich von der Erkenntnis getroffen, dass ich, wenn ich nicht mit Menschen singe… ich meine, es war wirklich so formuliert: Wenn ich nicht mit Menschen – mit Menschen – singe, werde ich nie in der Lage sein, die dunklen Ecken meines eigenen Herzens zu reinigen. Niemals! Es war das Einzige, was mir helfen würde.

Ich hatte alle möglichen Arten von Meditationskursen gemacht: Vipassana, Dzogchen, diese ganzen Sachen. Ich bin allen möglichen Lehrern begegnet, habe allen möglichen Kram gemacht, und trotzdem war mein inneres Haus, in dem ich lebte, ein Chaos. Ich hatte nicht die Werkzeuge, um es aufzuräumen, bis zu dem Tag, an dem ich erkannte, dass das einzige, was ich tun konnte – und das konnte ich – war, mit den Leuten zu chanten.

Ich musste also damit anfangen. Ich meine, sobald du etwas sicher weißt, was willst du machen? Du kannst so tun, als wüsstest du es nicht, aber du weißt es. Ich brauchte eine Weile, aber ich zwang mich, zum „ Jivanmukti“ in New York zu gehen.
          Ich kannte dort Leute und fragte sie, ob ich singen könnte. Sie antworteten: „Ja, sicher.“ Das war der Anfang. Es war und ist immer noch so, dass ich chante, um meinen eigenen Arsch zu retten! Ich bin so dankbar, dass andere Menschen Nahrung, Kraft und was auch immer sonst noch daraus ziehen, aber damit habe ich rein gar nichts zu tun.
          Ich chante, um meinen eigenen Arsch zu retten. Maharajji kümmert sich um alles andere. Er bringt mir die Leute, er macht die PR, er bucht die Tickets. Er macht alles. Ich singe einfach – zu ihm – und es geschieht einfach. Aber im Wesentlichen singe ich, weil ich es muss. Basta. So einfach ist das.

Die Art und Weise, wie ich die Dinge sehe, hat sich geändert. Mit anderen Worten, es geht nicht so sehr um „mich“ und all die anderen Leute. Meine Vorstellung davon, wer ich im Verhältnis zum Rest des Universums bin, hat sich ebenfalls stark verändert. Mit anderen Worten, ich singe für das eine Herz. Es ist nicht komplett egoistisch im herkömmlichen Sinne des Wortes, aber im Wesentlichen singe ich, weil ich es tun muss.
          Er nimmt diese rostige alte Flöte und spielt wunderschöne Musik, und wenn er sie wieder hinlegt, dann gehe ich schlafen und essen und mache den Rest meines Lebens. Dann nimmt er die Flöte wieder und ich bin wieder da. So sehe ich das.
          Es ist schwer, das allen verständlich zu machen, aber in Wirklichkeit ist alles sein Segen und alles sein Wirken. Er macht die ganze Sache. Ich bin nur eine Marionette – und glücklich, eine Marionette zu sein. Sehr glücklich! Ich weiß nicht, wie ich zu diesem Job gekommen bin, aber ich bin glücklich.

Mooji

 

Eines Abends kam ich von der Galerie nach Hause, und meine Freundin erzählte mir, dass jemand vorbeigekommen war und sich nach einer der Glasmalereien in unserem Fenster erkundigt hatte. Er hatte entdeckt, dass es sich um ein neu hergestelltes Stück handelte. Er sagte ihr, dass er gerne wiederkommen und mir Hallo sagen würde, da er ebenfalls Glasmaler sei.

Als wir uns trafen, sagte er zu mir: „Mein Name ist Michael und ich wohne gleich bei euch um die Ecke. Ich mache auch Glasmalerei.“ Er erzählte mir, dass sein Haus wie eine Kirche aussieht. Er hatte eine Wohnung im Erdgeschoss, die sie sonntags als Kirche nutzten.

Wir unterhielten uns ein wenig, und er zeigte mir einige seiner Kunstwerke. Er machte auch riesige Kohlezeichnungen, die Szenen aus der Bibel darstellten, und ich fand sie einfach unglaublich. Ich wollte einige seiner Werke in die Ausstellung aufnehmen. Er stimmte zwar zu, war aber nicht sonderlich begeistert. Es fühlte sich an, als ob er mich einfach nur unterstützen wollte, aber die Ausstellung war ein großer Erfolg.

Wir begannen uns regelmäßig zu treffen, und er erzählte mir von seiner Glaubenserfahrung – für mich war das übernatürlich. Ich habe diesen Mann in kurzer Zeit wirklich lieben gelernt. Ich war hungrig auf das, was er mir erzählte, weil so viel Frieden von ihm ausging. Und ich hatte nicht den Eindruck, dass er versuchte mich zu bekehren, er erzählte einfach nur.

Wir trafen uns über Monate ungefähr zweimal pro Woche. Und dann, eines Tages, eines Sonntags, hatten wir wieder ein sehr intensives Gespräch über Christus und ein Leben im Dienste Gottes. Als er gerade gehen wollte, fragte ich ihn: „Michael, wenn du das nächste Mal betest, wirst du dann für mich beten?“

Und er sagte: „Ja, ja… aber wir können das jetzt sofort machen.“

Also stand ich auf und er legte seine Hand auf meine Stirn und betete ein schönes Gebet. Als er fertig war, betete ich auch: „Bitte hilf mir, Gott. Ich möchte dich in meinem Herzen kennen.“ Das war’s! Ich würde sagen, das war der Beginn meines Lebens, Gott wirklich kennen zu lernen; nicht als Idee, sondern als eine lebendige und direkte Erfahrung.

Wie alt warst du damals?

Das war 1987, zwei Jahre nachdem meine Schwester angeschossen worden war; also war ich etwa dreiunddreißig Jahre alt.

Dieses Gebet führte zu einer sehr intensiven Erfahrung. Als Michael das Haus verließ, befand ich mich in diesem Raum der totalen Stille und in dem schönsten Gefühl, das ich jemals gehabt hatte. Es war vielleicht so sieben Uhr abends, als er ging, und ich wollte gar nicht ins Bett gehen.

Ich hatte das Gefühl, wenn ich schlafen würde, würde dieses Gefühl aufhören. Also blieb ich so lange wie möglich auf, denn mir war, als ob mein ganzes Wesen in dieses warme spirituelle Wasser eingehüllt wäre.

Schließlich schlief ich natürlich doch ein, und als ich am Morgen aufwachte, sah ich etwas, das mir wie ein Wunder vorkam. Im Vorhang war ein Spalt, wo das Sonnenlicht durchströmte – es sah aus wie ein Schwert, das in den Raum kam, und ich konnte die vielen kleinen Staubpartikelchen sehen, die in dem zarten Sonnenstrahl schwebten. Ich öffnete das Fenster und es war, als hätte ich die Sonne noch nie zuvor gesehen oder gefühlt. Ich sah sie „innen drin“.

Ich ging nach draußen spazieren – und das Gefühl war immer noch da. Ich ging in den Park, das Gefühl war immer noch da, ich kam nach Hause, das Gefühl immer noch da. Dieser tiefe, tiefe Frieden. Und er ist nie wieder weggegangen, er ging nie wieder weg.

 

John David

 

Wie war dein erstes Treffen mit Papaji?

Wir mieteten eine Fahrrad Rikscha und baten darum, zu Papajis Haus gebracht zu warden, aber wir kannten die Adresse nicht genau. Wir schwitzten, dieser arme Mann schwitzte, und ich machte mir wirklich Sorgen um ihn. Ich erinnere mich, dass ich plötzlich „Stopp!“ rief. Ich stieg aus der Rikscha aus, und mein Blick fiel auf den Torpfosten des Hauses vor uns auf dem „Poonja“ stand. Das war der Familienname von Papaji.

Ich sah auf, und da war er und kam auf das Tor zu. Ich ging auch auf das Tor zu, und wir trafen uns dort, gerade so, als ob alles vom Göttlichen geplant worden wäre. Wahrscheinlich war es so! Ich war geschockt, und er fing an, ganz alltägliche Dinge zu fragen wie: „Wo ist dein Gepäck? Wo übernachtest du?“ Meine Gedanken waren: „Ich habe Gott getroffen und er sorgt sich um mein Gepäck!“

Ein paar Tage später war Buddhas Geburtstag und jemand sagte zu mir: „Wenn du willst, kannst du zu Papajis Haus kommen.“ Das war auch ein Schock, denn während meiner fünfzehn Jahre bei Osho war ein Treffen mit ihm nie in Frage gekommen. Er war weit weg von allen.
          Als wir zu Papajis Haus kamen, waren vielleicht zehn Leute in seinem kleinen Wohnzimmer, und er saß auf einer kleinen Plattform. Diese Leute schienen ihn sehr gut zu kennen und unterhielten sich leise miteinander.
          Vielleicht gab es einige spirituelle Fragen, aber ich glaube, es war eher ein gemeinsames Tratschen über Leute: Ist Fred angekommen? Wann reist so und so ab? Diese Art von Gesprächen. Es war eine sehr schöne Energie. Ich war vollkommen davon berührt, dort zu sitzen – nachdem Osho immer so weit weg gewesen war, saß ich plötzlich mit Papaji in einem Zimmer.

Da ich Engländer bin, dachte ich nach einer Weile: „Oh, es ist bald Mittag, vielleicht sollten wir gehen, wir sind nicht zum Mittagessen eingeladen.“ In diesem Moment stand Papaji auf, und als er den Raum verließ, ging er an mir vorbei und legte seine Hand auf meine Schulter. Das war so schön, weil ich sofort das Gefühl hatte, dass er mir sagt, dass ich zum Mittagessen bleiben kann. Es war der Beginn einer tiefen Verbindung.

Hat sich diese tiefe Verbindung fortgesetzt?

In meiner Anfangszeit war ich sehr offen und sehr glücklich, ihm zu begegnen. Und dann wurde mir irgendwann klar, dass es eigentlich sehr gefährlich war, ihn zu treffen. Es war, als würde ich in die Höhle des Löwen gehen, und vielleicht sollte ich es nicht so eilig haben, denn er könnte mir einfach den Kopf abbeißen. Ich wurde ein wenig vorsichtig.

Damals schrieb man, um mit ihm im Satsang vorne zu sitzen, seine Frage in einem Brief. Ich habe in meinen ersten drei Wochen drei Fragen geschrieben. In meinem ersten Brief schrieb ich über eine Geschichte von Rabindranath Tagore, dem Nobelpreisträger und Dichter. Es ging um einen Suchenden, der Gottes Haus fand, aber wieder wegging, damit er den Lebensstil eines Suchenden fortsetzen konnte. Papaji gefiel diese Geschichte, und es gab ihm den Einstieg, meine Priorität, ein Finder werden zu wollen, in Frage zu stellen.

In Oshos Ashram wurde viel über Blockaden gesprochen. Man ging zu Workshops, um seine Blockaden loszuwerden; mit Blockaden waren Strukturen des Verstandes gemeint.

In meinem zweiten Brief fragte ich ihn dazu, und ich hielt es für eine sehr kluge Frage: „Kannst du mir sagen, wie ich meine Blockaden loswerden kann?“ Papaji gab mir eine brillante Antwort. Er brachte in diesem Moment fast mein Ego um, als er sagte: „Zeige mir deine Blockaden!“ In dem Moment erkannte ich, dass ich gar nicht wusste, wovon ich sprach. Es gab gar keine Blockaden. Was sind das für Blockaden, von denen ich spreche?

Das war ein schockierender energetischer Moment, als ob er das ganze Fundament von meinem Haus durcheinander gerüttelt hätte, aber in diesem Moment brach es nicht vollständig zusammen.

Etwas später stellte ich ihm eine letzte Frage, und dieses Mal hatte ich etwas von mir geschrieben, aber er fragte mich: „Hast du das in einem Buch gelesen?“
          In dem Moment, als er mich herausforderte, schlossen sich meine Augen, etwas stark Energetisches geschah, und als ich in mich hineinblickte, war alles vollkommen weiß. Da war nichts, da waren keine Gedanken, da war kein Ich. Es war einfach alles ganz weiß. Da war gar nichts mehr.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Satsang Contact : Indira

If you would like to have more information and take part in a retreat or weekend, I am here for you. Please contact me

Whatsapp: +49 1782890814

Email: office@johndavidsatsang.international